F80.2 Rezeptive Sprachstörung
Diagnoseschlüssel F80.2 aus dem ICD-10-GM 2026, amtliche Fassung des BfArM.
- Nicht endständig
F80.2 ist nicht endständig. Kodiert wird mit einem der 2 untergeordneten Codes.
Definition
Eine umschriebene Entwicklungsstörung, bei der das Sprachverständnis des Kindes unterhalb des seinem Intelligenzalter angemessenen Niveaus liegt. In praktisch allen Fällen ist auch die expressive Sprache deutlich beeinflusst, Störungen in der Wort-Laut-Produktion sind häufig.
Inklusive
Angeborene fehlende akustische Wahrnehmung
Entwicklungsbedingt: Dysphasie oder Aphasie, rezeptiver Typ
Entwicklungsbedingt: Wernicke-Aphasie
Worttaubheit
Exklusive
Autismus(F84.0-F84.1)
Dysphasie und Aphasie: entwicklungsbedingt, expressiver Typ(F80.1)
Dysphasie und Aphasie: o.n.A.(R47.0)
Elektiver Mutismus(F94.0)
Erworbene Aphasie mit Epilepsie [Landau-Kleffner-Syndrom](F80.3)
Intelligenzstörung(F70-F79)
Sprachentwicklungsverzögerung infolge von Schwerhörigkeit oder Taubheit(H90-H91)
Untergeordnete Codes
Hinweise der übergeordneten Klassen
Inklusiva, Exklusiva und Hinweise übergeordneter Klassen gelten auch für F80.2.
F80 Umschriebene Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache
Definition
Es handelt sich um Störungen, bei denen die normalen Muster des Spracherwerbs von frühen Entwicklungsstadien an beeinträchtigt sind. Die Störungen können nicht direkt neurologischen Störungen oder Veränderungen des Sprachablaufs, sensorischen Beeinträchtigungen, Intelligenzminderung oder Umweltfaktoren zugeordnet werden. Umschriebene Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache ziehen oft sekundäre Folgen nach sich, wie Schwierigkeiten beim Lesen und Rechtschreiben, Störungen im Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen, im emotionalen und Verhaltensbereich.
F80-F89 Entwicklungsstörungen
Text
Die in diesem Abschnitt zusammengefassten Störungen haben folgende Gemeinsamkeiten:
Beginn ausnahmslos im Kleinkindalter oder in der Kindheit;
eine Entwicklungseinschränkung oder -verzögerung von Funktionen, die eng mit der biologischen Reifung des Zentralnervensystems verknüpft sind;
stetiger Verlauf ohne Remissionen und Rezidive.
In den meisten Fällen sind unter anderem die Sprache, die visuellräumlichen Fertigkeiten und die Bewegungskoordination betroffen. In der Regel bestand die Verzögerung oder Schwäche vom frühestmöglichen Erkennungszeitpunkt an. Mit dem Älterwerden der Kinder vermindern sich die Störungen zunehmend, wenn auch geringere Defizite oft im Erwachsenenalter zurückbleiben.